PerCELLuM

Innovative Zelltherapien für Patient und Gesellschaft

Zelluläre Therapien gelten als ein medizinischer Durchbruch; sie werden weltweit erfolgreich als neue Therapien gegen einige Formen von Krebs, Infektionen, sowie seltene und chronische Erkrankungen eingesetzt, und besitzen ein enormes Potential, weitere Krankheiten zu heilen. Trotz herausragender Grundlagenforschung ist die Anwendung von modernen, gentechnisch hergestellten Zelltherapeutika in Deutschland aber bislang nur in Einzelfällen realisiert worden. Der Münchner Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM hat sich zum Ziel gesetzt, diese innovativen Therapien zur breiten klinischen Anwendung zu bringen.

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Das Leitbild von PerCELLuM. Quelle: © Bruno Cadilha

Was macht den Zukunftscluster-Finalisten aus?

Mit der individualisierten Zelltherapie baut der Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM auf der erfolgreichen Forschung im Bereich „Personalisierte Medizin“ im Großraum München auf. So können insbesondere Krankheiten aus dem Feld der Krebs- und Infektionsmedizin gezielt und frühzeitig bekämpft werden. Aktuell finden CAR-T-Zelltherapien vor allem Anwendung bei Leukämien und Lymphomen, bergen jedoch auch Potenziale für die Behandlung von soliden Tumoren, Infektionen oder auch seltenen Erkrankungen. Zusätzlich setzt PerCELLuM auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im wissenschaftlichen und technischen Bereich und ebenso auf die Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs.

Welche Vorteile bringt der Ansatz für den Innovationsstandort Deutschland?

Die Erforschung und Entwicklung personalisierter Therapiemöglichkeiten, insbesondere in der Krebsbekämpfung, ist ein wesentliches Element zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen in der Gesundheit und Pflege. Dabei spielt die personalisierte Zelltherapie eine entscheidende Rolle. In den vergangenen Jahren hat der Großraum München dieses Themenfeld kontinuierlich vorangetrieben. Die gemeinsam getragene Vision der Clusterpartner ist die klinische Anwendung von erfolgreichen personalisierten Zelltherapeutika zum Nutzen der Patienten und des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Warum „Zukunftscluster-Finalist“?

In der 1. Wettbewerbsrunde wurden 16 Zukunftscluster-Finalisten ausgewählt, die in der Konzeptionsphase eine Clusterstrategie entwickeln sollen. Ende Januar 2021 wird eine unabhängige Jury dem BMBF bis zu sieben Finalisten zur weiteren Förderung empfehlen. Diese ausgewählten Finalisten dürfen dann den Titel „Zukunftscluster“ tragen.

Weitere Hintergrundinformationen zu PerCELLuM

Mit den folgenden Texten stellt sich Ihnen der Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM vor.

Personalisierte Zelltherapien bieten bahnbrechende medizinische Lösungen gegen Krebs, Infektions- und seltene Erkrankungen. Dazu werden therapeutische Immunzellen individuell für den jeweiligen Patienten hergestellt, um gezielt Tumoren oder Infektionen zu bekämpfen. Die therapeutische Wirksamkeit dieses neuen Ansatzes konnte in den letzten Jahren in vielen Einzelfällen gezeigt werden. Zudem gewinnen zelluläre Immuntherapien gerade im Kontext von Pandemien eine zusätzliche hochaktuelle Relevanz. Dennoch hemmt die Fragmentierung der Forschung und Entwicklung die Fortschritte der Zelltherapie in Europa.

Der Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM bündelt interdisziplinäre und sektorübergreifende Expertise, um ein Kompetenzzentrum für personalisierte zelluläre Therapien aufzubauen und europäischer Vorreiter zu werden. Unternehmen, Klinika, Patientenvertretungen, Universitäten und weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen des Großraums München arbeiten in einem transdisziplinären Ansatz zusammen, um die Effizienz und Sicherheit von Zelltherapien zu steigern. Dabei sieht sich der Zukunftscluster-Finalist als „Enabler“ für exzellente Konzepte aus der translationalen Forschung und somit als Katalysator und Multiplikator für die klinische Anwendung von innovativen therapeutischen Zellen.

Hierzu haben sich die führenden akademischen Forschungsinstitutionen am Standort München (Ludwig-Maximilians-Universität München, Technische Universität München und Helmholtz Zentrum München) gemeinsam mit den Münchner Universitätsklinika (Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München und Klinikum der Universität München) zusammengeschlossen, um in PerCELLuM ihre Kräfte und Kompetenzen zu bündeln. Das Konzept des Zukunftscluster-Finalisten wird von industriellen Partnern wie den lokal ansässigen Pharma-Unternehmen und von den Unternehmen des Münchner Biotech-Clusters nachdrücklich unterstützt.

Im Mittelpunkt des Zukunftscluster-Finalisten PerCELLuM stehen die Innovationsträger und die Patienten. Durch eine Vervielfachung der Wertschöpfungsmöglichkeiten exzellenter Grundlagenforschung plant PerCELLuM das Anwendungsspektrum der Zelltherapien zu erweitern und damit den Zugang für eine immer höhere Anzahl von Patienten zu beschleunigen. Insbesondere Gemeinsamkeiten in der Entwicklung über die Erkrankungsgrenzen hinaus stellen für die Verantwortlichen ein enormes Synergiepotenzial dar – zum Nutzen der Patienten, der Gesellschaft und schließlich auch des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Am Standort München wurden Strategien entwickelt, die einerseits große medizinische Probleme unserer Zeit lösen, andererseits aber auch die Wertschöpfung in der Zelltherapie erheblich verbessern können. Diese Innovationen betreffen Technologien, die in der Lage sind, zelluläre Therapien in soliden Krebserkrankungen, aber auch in Infektionserkrankungen und chronischen Erkrankungen wie Diabetes breiter einsetzen zu können. Vor dem Hintergrund, dass zelluläre Therapien die grundsätzliche (regenerative) Befähigung haben, mit nur einer Anwendung Erkrankungen heilen oder zumindest in ihrem Verlauf erheblich beeinflussen zu können, könnte der Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM mithelfen, die moderne Medizin zu revolutionieren und aktuell unheilbar kranken Menschen neue Perspektiven eröffnen.

In der Konzeptionsphase erhalten die Technische Universität München, das Klinikum der Universität München sowie das Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Gegenstand der Konzeptionsphase ist die Definition und Ausformulierung der Clusterstrategie und die Auswahl relevanter Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie innovationsbegleitender Maßnahmen, die es dem Cluster ermöglichen, seine Ziele zu erreichen. Dabei analysiert ein Konzeptionsteam gezielt die Stärken und Schwächen des Standortes. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Mobilisierung lokaler und überregionaler Wirtschaftsakteure zur Realisierung und Umsetzung der Projekte. Dabei kollaboriert das Konzeptionsteam eng mit den akademischen, wirtschaftlichen, regulatorischen, politischen und gesellschaftlichen Akteuren am Standort, um die PerCELLuM-Vision eines regionalen Zelltherapie-Clusters Realität werden zu lassen.

Auf einen Blick:
  • Projektlaufzeit: 01.05.2020 bis 31.10.2020
  • Zuwendung des Verbundes: 188.235,59 € (inkl. Projektpauschale)
  • Zuwendungsempfänger: Klinikum der Universität München – Campus Innenstadt – Medizinische Klinik und Poliklinik; Technische Universität München - Fakultät für Medizin - Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene; Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH
  • Weitere Partner: Ludwig-Maximilians-Universität München; Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Der Zukunftscluster-Finalist PerCELLuM verfolgt das übergeordnete Ziel, durch eine beschleunigte Entwicklung und Erprobung von neuen zellulären Therapien Erkrankungen vorzubeugen und zu heilen. Durch die geschickte Implementierung neuer digitaler Technologien – wie künstlicher Intelligenz – soll durch PerCELLuM die Wertschöpfung und den Einsatz zellulärer Therapien verbreitet und verbessert werden. Dabei plant der Zukunftscluster-Finalist sich insbesondere dem Kampf gegen Krebs und Infektionserkrankungen zu widmen und trägt damit zur Erreichung der Ziele der Hightech-Strategie der Bundesregierung bei.