02.03.2026 SaxoCell

Internationale Kooperation für neue Gentherapien

Das Unternehmen Seamless Therapeutics, hervorgegangen aus dem Zukunftscluster SaxoCell kooperiert mit US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company. Das stärkt auch den Gentherapie-Standort Sachsen. Beide wollen zusammen neue Gentherapien gegen genetisch bedingten Hörverlust entwickeln.

DNA-Modell
©Buchholz Lab TU Dresden

Das Unternehmen Seamless Therapeutics, hervorgegangen aus dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Zukunftscluster SaxoCell, verzeichnet einen wichtigen Erfolg in der Translation seiner Forschung: Das Dresdner Gene-Editing-Unternehmen, heute ein Industriepartner von SaxoCell und Spin-off aus der Technische Universität Dresden, hat eine strategische Forschungskooperation mit dem internationalen Pharmaunternehmen Eli Lilly and Company mit Hauptsitz in den USA geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung neuartiger Gentherapien zur Behandlung genetisch bedingten Hörverlusts.

Seamless Therapeutics wurde bereits in der ersten Förderphase des Clusters - damals noch unter dem Namen RecTech - aus der TU Dresden heraus gegründet und steht exemplarisch für den erfolgreichen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in wirtschaftliche Anwendungen. Erkenntnisse und Entwicklungen der TU Dresden waren hierbei eine wichtige Grundlage für die Ausgründung, auf die das Unternehmen über die letzten Jahre signifikant aufgebaut hat. Das Unternehmen entwickelt programmierbare Rekombinasen, die in der DNA krankheitsverursachende genetische Veränderungen gezielt korrigieren können. Damit sollen die neuen Therapien an den Ursachen für die genetisch bedingte Erkrankungen ansetzen.

Beitrag zur regionalen Wertschöpfung

Die Kooperation mit Eli Lilly unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Seamless Therapeutics und den am Standort Dresden entwickelten Technologien. Damit leistet die Partnerschaft einen konkreten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Sicherung hochqualifizierter Arbeitsplätze im Bereich der Gentherapie. Während Seamless Therapeutics die Entwicklung der spezifischen Rekombinasen verantwortet, bringt Eli Lilly seine umfassende Erfahrung in der präklinischen und klinischen Entwicklung sowie in der globalen Kommerzialisierung ein. Die Kooperation zeigt beispielhaft, wie Unternehmen im Rahmen der Zukunftscluster-Initiative des BMFTR Innovationen erfolgreich in internationale Entwicklungsprogramme überführen können. „Die Kooperation bestätigt die hohe Innovationskraft der Unternehmen, die Teil unseres Clusters sind, und zeigt, dass Ausgründungen, die mit dem SaxoCell-Umfeld assoziiert sind, international wettbewerbsfähig sind“, sagt SaxoCell-Sprecher Frank Buchholz. „Solche Entwicklungen sind ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Etablierung eines leistungsfähigen Ökosystems für Zell- und Gentherapien in Deutschland.“

Das Beispiel Seamless Therapeutics verdeutlicht die strukturbildende Wirkung der Clusterförderung: Durch die enge Vernetzung von Wissenschaft, Klinik und Industrie entstehen im Zukunftscluster SaxoCell die Voraussetzungen für erfolgreiche Ausgründungen, internationale Partnerschaften und die beschleunigte Überführung neuer Therapieansätze in die Anwendung.

Neues aus der Zukunftscluster-Initiative