18.11.2025 OTC Rostock
Rostock Ocean Convention 2025 - maritimer Branchen-Treff in Rostock
Die Rostock Ocean Convention ist ein Kernprojekt des Zukunftsclusters Ocean Technology Campus Rostock bei der Mission, Rostock zu einem führenden Standort für Meerestechnologie zu entwickeln. 170 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sind der Einladung Anfang November gefolgt.
Organisiert von Partnern des Zukunftsclusters Ocean Technology Campus Rostock ist die Konferenz heute ein wichtiger Teil des Innovationsökosystems. Sie steigert die Sichtbarkeit des Netzwerks. Teilnehmende aus Polen, Großbritannien und Kanada machten spürbar, welche Wirkung der Ocean Technology Campus Rostock auch international bereits entfaltet. Die Konferenz verwandelte die HanseMesse Rostock zwei Tage lang in einen Treffpunkt für Menschen, die die Zukunft der Ozeane aktiv gestalten wollen. Die Beiträge der verschiedenen Teilnehmenden verdeutlichen, wie wichtig Zusammenarbeit für die nachhaltige Nutzung der Ozeane ist.
Die Rolle politischer Akteure
Innovation im maritimen Raum ist ohne die enge Unterstützung von Politik und Verwaltung kaum möglich. Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Land zeigten, wie Förderprogramme, regulatorische Rahmenbedingungen und politische Prioritätensetzungen Forschung und wirtschaftliche Umsetzung überhaupt erst ermöglichen. Gleichzeitig unterstrich die Präsenz politischer Vertreter die Rückendeckung für den Ocean Technology Campus Rostock. So diskutierten unter anderem Staatssekretär Jochen Schulte (Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern), Ralf Gebel (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und Thomas Dehling (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), wie politische Entscheidungen den Umgang mit Altmunition (UXO) im Meer, Genehmigungsprozesse und langfristige Investitionen in Meerestechnologien steuern und absichern.
Ocean Data & Offshore-Technologien
Ein zentrales Thema war die wachsende Bedeutung von Daten aus dem Meer – und die Erkenntnis, dass Forschende diese nicht nur erheben, sondern auch sinnvoll koordinieren, auswerten und gemeinsam nutzen müssen. Mehrere Sessions zeigten, wie Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und vernetzte Sensorsysteme dabei helfen, aus großen Datenmengen belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Beispiele dafür, wie Forschende Daten sammeln, sind unter anderem Sensornetzwerke mit Seekabeln, Datenbojen zur Gewässerüberwachung und KI-gestützte Unterwasser-Bildverarbeitung. Die Masse macht deutlich: Daten sind ein Rohstoff – ihr Mehrwert entsteht erst durch intelligente Verknüpfung und Analyse.
Maritime Sicherheit & kritische Infrastruktur
Angesichts geopolitischer Spannungen, zunehmender Nutzung der Meere und wachsender Abhängigkeit von Unterwasser-Infrastruktur rückt der Schutz von Kabeln, Pipelines, Häfen und Offshore-Anlagen immer stärker in den Fokus. Die Rostock Ocean Convention zeigte sich hier als Plattform, um komplexe Themen einzuordnen, Akteure zusammenzubringen und unterschiedliche Perspektiven zu strukturieren. In der Session über maritime Sicherheit diskutierten Teilnehmende, wie technologische Lösungen, Risikoanalysen und Kooperationen zwischen Wirtschaft, Forschung und Behörden zu mehr Sicherheit auf See beitragen können.
Robotik & Beobachtungssysteme
Autonome Systeme und moderne Beobachtungstechnologien verändern grundlegend, wie wir das Meer erforschen und überwachen. Die Konferenz machte greifbar, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Unterwasserroboter, Glider (eine besondere, raketenähnliche Form von Unterwasserfahrzeug für längere Strecken) und neue Sensorik heute bereits einsetzen. Sie kartieren damit den Meeresboden, überwachen Biodiversität oder erfassen Umweltveränderungen. Verschiedene Teilnehmende stellten vor, wie autonome Plattformen Daten dort liefern, wo menschlicher Zugang kaum möglich ist. Beispielsweise auch bei der Umwelt- und Habitatkartierung, etwa durch KI-gestützte Planktonanalyse oder Open-Source-Software für Sonardaten Hierbei fahren Fahrzeuge ein abgestecktes Gebiet ab und beschallen den Boden. Die Daten, die daraus gewonnen werden, kommen bei Bau und Überwachung von Offshore-Anlagen, Lebensraumbewertung und Munitionsräumung zum Einsatz.
Die nächste Rostock Ocean Convention findet am 3. und 4. November 2026 statt.